Zeitzeuge Thomas Raufeisen aus Berlin zu Gast

Thomas Raufeisen wurde als 16-Jähriger Ende der 70-er Jahre von seinem Vater, der als Doppelagent in der BRD tätig war, mit seinem Bruder und seiner Mutter in die DDR entführt, da seine Tarnung aufzufliegen drohte. Thomas hatte nur eines im Sinn: Wieder zurück nach Hause, nach Hannover, zu dürfen. In der Schule hat er sich nie richtig eingelebt, daher wechselte er zu einem volkseigenen LKW-Betrieb, wo er seine Lehre als Mechaniker begann. Als die Familie versuchte, über Ungarn und diverse Ausreiseanträge das Land zu verlassen, wurde die Stasi  schnell und inhaftierte die  Familie. Alle saßen ein volles Jahr  isoliert in Untersuchungshaft, es kam zu zahlreichen Verhören, und das, obwohl sie sich lediglich den Wunsch nach Freiheit zu Schulden haben kommen lassen. Dem Bruder war es zuvor gelungen, wieder in den Westen zu ziehen. So traf die Verurteilung den Rest der Familie: Thomas erhielt 3 Jahre, die Mutter 7, der Vater eine lebenslängliche Inhaftierung in Bauzen. Nach 3 Jahren Haft stellte Thomas erneut einen Ausreiseantrag, dem stattgegeben wurde, die Mutter zog als gebrochene Frau nach Absitzen ihrer Strafe wieder nach Hannover, der Vater verstarb unter unklaren Umständen – eine unglaublich traurige und bewegende Geschichte. Heute steht Thomas Raufeisen selbstbewusst und freundlich vor Schülerinnen und Schülern, erzählt von seinen Erlebnissen und lädt sie nach Hohenschönhausen in Berlin ein, wo er als Besucherreferent tätig ist.